Ein Brief von Corona

In diesem Stück habe ich mich versucht in die Lage des Virus zu versetzen. Ich habe mir überlegt, was es uns wohl sagen wollen würde, wenn es reden könnte. Hier also mein Gedicht "Ein Brief von Corona".





Hallo liebe Menschheit,



Ich heiße Corona, viele kennen mich unter dem Namen Covid-19.

Ich bin unsichtbar, euch aber nahezu immer sehr nah.

Ich will Euch gestehen,

Dass es wichtig ist, Probleme zu verstehen und gemeinsam Wege zu gehen.

Ich bin schneller als ihr sehen konntet, gewachsen

Habe meine ganz eigene Weltreise gemacht

Möchte euer Gewissen aufkratzen,

Und habe mich somit in eure Körper untergebracht.

Ich möchte mich entschuldigen für all das Leid weit und breit Möchte mich entschuldigen für die Zeit der Einsamkeit

Aber wenn ihr in Ewigkeit wegen jeder Kleinigkeit in

Streit unter endloser Freiheit seid

Euch durch Arbeit in Vergessenheit über die dringliche und erkennliche Wahrheit in ständiger selbstloser Unzufriedenheit oder Dummheit zeigt

Dann liebe Menschheit ist es an der Zeit Euch

Euch zu zeigen, welches Leid ihr voller Heiterkeit mit Euren Händen erschaffen habt.

Warum bin ich also hier?

Um ehrlich zu sein, konnte ich nicht mehr still stehen

So wie ihr - ich wollte immerzu mehr und vorangehen.

Ich konnte Euch nicht mehr zusehen

Und im Stilen über ein weltweites Umdenken flehen.

Ich sah zu, wie ihr den Planeten ignorant für euren Wachstum, welcher eigentlich ein großer Rückschritt ist, zerstört

Über Euer Verhalten miteinander bin ich einfach nur noch zutiefst empört.

Eure Gewalttaten und Missbräuche sind einfach nur unerhört.

Den ganzen Kriegen, und euren persönlichen Konflikten, sowie diese ganzen Vorurteile bin ich gegenüber ziemlich abgeturnt.

Euer Neid ist euer neues Leid im ständigen digitalen Austausch-Fight

Eure Vergnügen, die ihr postet, sind nur neue Anerkennungslügen.

Eure Gier, regiert zwar das Jetzt und Hier

Und ist überlagert von Selbstsucht statt dem Wir.

Zeit ist kostbar und doch verbraucht ihr sie so sonderbar

Arbeit geht immer vor, das ist doch ganz klar.

Ihr arbeitet den ganzen Tag und wundert euch, dass eurer Kind ihre Tagesmutter mehr mag.

Mit wenig Hochachtung gegenüber der wichtigen und schönen Sachen des Lebens

Seid ihr Höchstreiter der Oberflächlichkeit und vergebens eben des wohltuenden, wesentlichen Gebens.

Hier ein neues Kleid, weil knallrot doch nach Aufmerksamkeit schreit,

mehr High Speed Volumen plus neuestes Smartphone-Modell

Urlaub machen im 4-Sterne Hotel

Mit meinem neuen Auto bin ich blitzschnell

Fürs Protokoll: Euer Lebensstil ist individuell, ja tendenziell eventuell ganz wundervoll, denn ihr scheint glücklich kontrolliert zu werden.

Ich frag mich was Kommunikation für Euch noch bedeutet. Frag mich, ob ihr zwischen Richtig und Falsch noch unterscheiden könnt.

Ich sah, dass ihr inneres Verlangen gegenüber anderen leugnet

Und euch am Wochenende wegen ständigen innerlichen Beschwerden ein Bier zu viel gönnt.

Unwichtige Kleinigkeiten werden dauerhaft zu Streitigkeiten

Euer ständiges Meckern über alles und jenen,

obwohl ihr doch alles habt