Oh Welt ich will nicht Dein Geld

Aber was will ich überhaupt? Und was sagt das Ich in mir? Wie viel ist gut genug? Und wie viel soll ich geben? Wo ist das Gleichgewicht? Und wie gehe ich Dinge eigentlich an?


Ich hab vor nem Jahr meine Sachen gepackt. 8 Kilogramm. Mehr wollt ich nicht. Es war mir alles viel zu viel und ich mir selbst zu wenig. Auf meiner Reise durch Spanien, Frankreich und Deutschland hab ich so viel erlebt und wirklich mal gelebt. Ich hatte niemanden, der mir sagte "Das geht jetzt so aber nicht, du musst das so oder so machen." Ich konnte meinen Tag von Anfang an so bestimmen, wie ich es wollte. Dabei gab es manchmal so Tage an denen ich dieses "viel zu viel" vermisste und mir auf einmal selber viel zu viel war. Jeden Tag musste ich mich ertragen. Meine Gedanken wollten gestillt werden und das war hin und wieder wirklich gar nicht einfach. Was tut man dann, wenn einem alles über den Kopf wächst? Wir alle verfügen über Möglichkeiten unsere Gedanken fließen zu lassen. Wir müssen dieses Ventil nur finden und öffnen. Keiner kann dir deine Gedanken nehmen und Sorgen tragen. Es sind einzig und allein deine und je besser du damit klarkommst, desto besser gehst du auch mit dir um, denn was wir meistens machen, ist Gedanken aufstauen und warten bis sie von allein gehen. Dass sie das meistens aber nicht tun ist uns glaub ich allen bewusst. Wir verdrängen und stopfen noch mehr in uns hinein. Immer was neues oben drauf, was eigentlich nicht förderlich ist. Viele helfen anderen mehr, als dass sie auf sich selber schauen. Man bekommt ja auch irgendwie nen gutes Gefühl, wenn man dann anderen helfen kann. Bestätigung ist da das Stichwort. Aber warum Bestätigung bei anderen suchen, wenn wir uns diese doch selber geben können? Ich meine damit nicht, dass wir jetzt nur noch für uns leben sollen, hier gehts ja jetzt auch nur darum, dass man seine Gedanken angehen sollte und nicht überdecken sollte. Mir ist klar, dass ein solidarisches Miteinander und Kommunikation enorm wichtig für unser Wohl ist.

Vor nem Jahr war ich irgendwo in Spanien mitm Rad unterwegs. Ich weiß noch ganz genau, dass am Anfang meiner Reise alles super merkwürdig war, weil ich überhaupt gar nicht wusste, was auf mich zukommt. Aber wisst ihr? Ich hab mich getraut. Ich hab gemacht. Ich hab einfach mal diese ganzen Ängste, die eigentlich gar nicht meine waren, sondern die der anderen, gehen lassen und bin einfach los. Ich weiß noch ganz genau als ich in nem Hostelbett lag, alles drumherum richtig laut war, ich aber einfach zufrieden und glücklich war, dass ich nen Schlafplatz für diese Nacht hatte. Ich weiß noch, dass ich beinahe auf der Straße im strömenden Regen schlafen musste, weil alle Herbergen drumherum ausgebucht waren und mich dann doch die liebe Kellnerin in ihrem Schuppen schlafen lassen hat. All diese Ereignisse erscheinen mir immer noch so nah, weil sie einfach super prägnant waren. Ich denke oft daran zurück, vermisse die Freiheit, die ich mir nahm und vermisse mich im Trubel dieser Stadt. Ich vermisse die Nähe zu mir, die ich mir erschaffen habe. Sie ist zwar da, wird aber überdeckt.

Und so habe ich es mir zur ständigen Aufgaben gemacht, und ich bin mir mir ziemlich sicher, dass das auch der Sinn des Lebens und der Schlüssel zum Glück ist, mich immer wieder zu erden, immer wieder zu schauen, was ich habe und was ich noch erleben möchte, dankbar für Kleinigkeiten zu sein, voran zu gehen und voraus zu schauen und vor allem immer daran zu arbeiten, dass ich den Satz "Ich liebe mich, sowie ich bin" ernst nehmen, vertreten und ausstrahlen kann. Es gibt nicht nur einen Prozess der Selbstfindung, der nen Jahr dauert oder so. Das gesamte Leben ist der Prozess deines Ichs. Dein Ich wächst mit dir. Und je mehr du darauf achtest, wie, wo und in welchem Umfeld du wächst, desto schöner blühst du am Ende.




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