Oviedo

Oviedo du schönes Gefühl. Ich war bei dir, du in mir. Was versteckt sich noch in dir? Du bist so facettenreich, spielst mir einen Streich, verführst mich so weich und meine Tränen landen dann in deinem Teich.


In (d)einem Teich, der sich mir verschließt. Der meine Tränen nicht mehr aufnimmt, weil du jetzt lieber deine Blumen gießt. Dein Garten wächst, weil Altes eingeht und Platz für Neues da sein soll. Ja - du findest mich immer noch verdammt toll und deine Anziehung ist gigantisch doll. Aber unser Lied das ertönt doch schon seit langem nur noch in Moll. Aus "Einweg" wird "Ausweg" und auf einmal ist alles nur noch schräg und schwere Leere, was sich in uns trägt. "Depression war nie tragbar - doch steht uns so gut." - ja das sagte ein Herr Casper schon und mittlerweile weiß ich, was er damit meint. Denn, wenn nichts mehr so zu sein scheint, der Boden unter deinen Füßen weint und alles entzweit, bist du weit - weit weg von jedem, der dir mal nah war, weil du dir selber einfach nicht mehr nah bist. Du verlierst den Boden unter den Füßen und den Blick fürs kunterbunte, alles ist dir plötzlich lumpe. "Ich wäre gerne mehr für dich da.", denkst du dir, aber dieser Satz bleibt im Verborgenen, weil du es einfach nicht kannst. Und so gibst du mir die Schuld für Dinge, die so sind, wie sie sind, weil dein inneres Kind dir sagt, dass wir so sind, wie wir sind. Dass das absolut keinen Sinn macht, weil Veränderungen Dynamiken im Leben darstellen und Wachstum dazu gehört, ignorierst du nur gekonnt. Ja, das kannst du verdammt gut und ich mag das nicht.

Du hast Recht. Du bist echt schlecht. Und wir waren nie die schönste Stadt, die von hier oben abends so schön aussieht. Du mit deinem ganzen Dreck an jeder Ecke, du mit deinem ständigem Lärm, der mir nicht aus den Ohren geht, weil du doch manchmal so wunderschöne Dinge in meine Ohren geflüstert hast.. du mit deiner Spontanität, die mich fliegen ließ und mit deiner Weite, die mich für Momente aus dem hektischen Alltag zogen und sich mich in dir verlieren ließ. Deine Wärme, die Liebe wahr werden ließ und deine Kälte, die tiefen Schmerz empor rief. Und der Moment an dem wir entschieden, dass Oviedo uns davon lief. Ich wäre gern mit dir dort gewesen, aber in 50 Jahren werden wir nicht unsere gemeinsame Geschichte, sondern die von Fremden lesen.



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